Es drückt & drängt, treibt an und dominiert mich. Lasse es gerne zu und mich fallen. Hinein in die Wellen. Mal glatt, mal stürmisch. Immer anders. Und immer gleich intensiv.
Kam vor ein paar Jahren zu mir durch einen Zufall - und ist geblieben. Als wäre meine Leidenschaft für die Bildhauerei schon immer da gewesen. Vielleicht war sie das ja auch und ich habe es nur nicht wahrgenommen. Jetzt tue ich es. Mit allen Sinnen. Und der mir eigenen Leidenschaft.
Vorher empfand ich keine Lücke und doch fühle ich mich erst jetzt wirklich komplett. Sie hat nichts ersetzt, beiseitegeschoben oder verdrängt - ist einfach mit dazu gekommen.
Und zeigt mir einmal mehr, dass neben all den Herausforderungen, die das Leben für einen bereit hält, es eben auch etwas wie dieses zu verschenken vermag.
Als meine erste Skulptur – die kleine Eva – in meinen Händen lag, habe ich geweint. Konnte und vor allem wollte mich nicht zurückhalten. Für mich in dem Moment der offenste und ehrlichste Weg auszudrücken, was ich empfand. Ohne einengende Worte. Unbeherrscht. Frei. Losgelöst von allem, was bindet.
Zu nehmen fällt mir von Natur aus schwerer als zu geben. Hier nicht. Hier habe ich genommen - alles. Ohne zu denken. Der Kopf war spazieren - ein langer Ausflug - und hat erst eine ganze Weile später begriffen, was passiert war. Genau das war gut so. Auf diesem Weg konnte sich die Leidenschaft bereits fest in mir verankern, bevor es ‚rationale’ Gründe dagegen geben konnte.
Die Intensität ist unverändert. Trage sie in mir. Immer - egal, was ich gerade mache. Ist schön, sie zu spüren, auch wenn sie gerade quält, weil ich keine Zeit habe, zu arbeiten, die Hände entzündet sind oder Mr. Winter meint mit Minusgraden aufwarten zu müssen. Das schmerzt – keine Frage – aber ist eben dies doch genau die Form der Sehnsucht, die einem zeigt, was einen wirklich berührt und was eben nicht.